Mittendrin
Sieg über die „Welt“?

Von Pfarrer Dr. Eckhard Düker

Pfarrer Dr. Eckhard Düker

Pfarrer Dr. Eckhard Düker

„Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ Dieses Bekenntnis aus dem 1. Brief des Johannes, das biblische Wort für den morgigen Sonntag, bezeichnet den christlichen Glauben als Sieg über die „Welt“. Was ist damit gemeint? Fühlen wir uns als Christen anderen überlegen? Sind Christen aus einem Kampf als Sieger hervorgegangen?

Wir sind gut beraten, uns als Christen anderen Menschen gegenüber nicht überlegen zu fühlen. Der Sieg des Glaubens ist der Sieg Christi über den Tod. Daran haben wir Anteil. Wir haben eine Hoffnung, die nicht an der Grenze des Todes endet. Der Sieg über die „Welt“ ist noch mehr. Denn mit der „Welt“ sind alle gottfeindlichen Mächte gemeint. Luther nannte sie „Sünde, Tod und Teufel“.

Wenn mit Christus die Sünde, der Tod und das Böse besiegt sind, dann steht unsere Hoffnung gegen den Augenschein der Wirklichkeit. In unserer Welt herrschen die gottfeindlichen Mächte nach wie vor. Wir sind erschüttert von den grausamen Morden in Las Vegas. Wir wissen um die Folgen von Krieg, Terror und Gewalt in den unterschiedlichen Krisengebieten unserer Welt. Der Tod ist auch in unserem Leben allgegenwärtig.

Wenn wir vom „Sieg des Glaubens“ sprechen, dann tun wir dies in Demut und Hoffnung gegen den Augenschein. Trotz gegenteiliger Erfahrung hoffen wir darauf, dass der christliche Glaube Liebe und Verständnis unter den Menschen fördert. Wir nehmen die Pflanzen der Hoffnung wahr, wenn Menschen füreinander da sind, sich gegenseitig trösten und aufrichten.

Wir vertrauen darauf, dass der Sieg Christi über den Tod sich auch in unserem Leben erweist.

 

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof-Pfarrbezirk, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Paderborn.

 Der Beitrag ist erschienen in der Reihe Mittendrin im Westfälischen Volksblatt Paderborn am Samstag, 7. Oktober 2017.

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