Kooperation von St. Johannistift und LWL Klinik
Sehr positive Bilanz zum neuen Versorgungsmodell von älteren Patienten

Ziehen ein positives Fazit: Ute Panske, Geschäftsführung Ev. Krankenhaus St. Johannisstift und Vorstand St. Johannisstift; Dr. Anke Nolte, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin und Geriatrie; Dr. Beate Joachimsmeier, Chefärztin der Abteilung für Gerontopsychiatrie/Soziotherapie der LWL Klinik und Reinhard Loer, Kaufmännischer Direktor LWL-Klinikum Gütersloh und LWL-Klinik Paderborn. Foto: ST: JOHANNISSTIFT

Ziehen ein positives Fazit: Ute Panske, Geschäftsführung Ev. Krankenhaus St. Johannisstift und Vorstand St. Johannisstift; Dr. Anke Nolte, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin und Geriatrie; Dr. Beate Joachimsmeier, Chefärztin der Abteilung für Gerontopsychiatrie/Soziotherapie der LWL Klinik und Reinhard Loer, Kaufmännischer Direktor LWL-Klinikum Gütersloh und LWL-Klinik Paderborn. Foto: ST: JOHANNISSTIFT

Paderborn. Vor einem Jahr schlossen das Ev. Krankenhaus St. Johannisstift und die LWL Klinik Paderborn eine Kooperation, um die medizinisch-pflegerische Versorgung von älteren Menschen mit geriatrischen und gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen zu verbessern. Nach einem Jahr zogen beide Partner nun eine sehr positive Bilanz für das Patientenwohl.

„Bereits dieses eine Jahr hat uns in unserer Entscheidung bestätigt“, sagt Ute Panske, Geschäftsführerin des Ev. Krankenhauses St. Johannisstift, „Der enge Austausch zwischen der Abteilung Gerontopsychiatrie und Soziotherapie der LWL Klinik Paderborn und uns ermöglicht eine sehr individuelle, patientennahe Diagnostik, die auch psychosoziale Aspekte mit einschließt.“ „Für den Patienten bedeutet es eine enorme Erleichterung, wenn er aufgrund seiner unterschiedlichen, fachübergreifenden Krankheitsbilder, nicht verlegt werden muss“, führt Dr. Anke Nolte, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin und Geriatrie des St. Johannisstift aus. „Wechselseitig sind wir in dem jeweils anderen Haus konsiliarisch tätig, sodass der Patient in beiden Häusern umfassend versorgt wird, ganz gleich, ob er gerontopsychiatrisch, psychologisch oder geriatrisch-internistisch versorgt werden muss. Insbesondere bei älteren Menschen ist es für die Genesung sehr förderlich, wenn kein ständiger Behandlungswechsel stattfindet.“ „Diese Kooperation ist ein Beitrag zur Verbesserung der Versorgungsqualität, klinikübergreifend werden im Sinne der Patienten unterschiedliche fachliche Kompetenzen zusammengeführt. Das funktioniert wirklich einwandfrei, so spiegeln es uns auch die Patienten und Angehörigen“, ergänzt Dr. Beate Joachimsmeier, Chefärztin der Abteilung für Gerontopsychiatrie der LWL Klinik.

Durch die Untersuchungen im Ev. Krankenhaus St. Johannisstift und der LWL Klinik werden neben den organischen Erkrankungen auch psychische Beeinträchtigungen der älteren Patienten diagnostiziert und behandelt. Ebenso behandeln Experten des Ev. Krankenhauses St. Johannisstift die internistischen und geriatrischen Begleitdiagnosen der gerontopsychiatrischen Patienten der LWL Klinik mit. Auch psychosoziale Kriterien werden gezielt erhoben, wie zum Beispiel das Ernährungsverhalten, eingeschränkte Selbsthilfefähigkeit, Mobilitätseinschränkungen oder auch Sturzgefährdung. Durch einen engen Austausch zwischen den beiden Krankenhäusern, werden neben den organischen Erkrankungen auch die psychiatrischen Erkrankungen präzise diagnostiziert und die entsprechenden individuellen Behandlungswege eingeleitet. Auch die Angehörigen werden engmaschig miteinbezogen, um die Lebensqualität der älteren Personen auch nach dem stationären oder ambulanten Aufenthalt zu sichern.

So konnte zum Beispiel eine 78-jährige Dame, die an einer schweren Depression litt und sich eine schwere Bronchitis zugezogen hatte, erfolgreich in der LWL-Klinik durch den Konsiliardienst des St. Johannisstift behandelt werden. Ebenso brauchte ein 86-jähriger schwer dementer Patient, der aufgrund seiner Herzschwäche Wasseransammlungen in den Beinen entwickelt hatte, zur Anpassung der medikamentösen Behandlung nicht verlegt werden.

Umgekehrt konnte im St. Johannisstift eine 83-jährige Dame, die eine Schenkelhalsfraktur erlitten hatte und eine Vielzahl von Psychopharmaka einnehmen musste, erfolgreich durch den psychiatrischen Konsiliardienst der LWL-Klinik behandelt werden. Die Geriatrische Tagesklinik profitiert von der neuropsychologischen Diagnostik, die von einer Psychologin der LWL-Klinik durchgeführt wird und das Untersuchungsspektrum erweitert, ebenso wie von psychologischen Einzelgesprächen. In Ausnahmefällen ist eine Verlegung notwendig, die Kooperationspartner sind sich jedoch einig, dass dieses in Paderborn neue Modell für die Patienten sehr lohnend ist.

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