Festlicher Abschluss:
Jubiläum des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn

Gestalteten den Jubiläumsgottesdienst: Helga Weber-Kruck (v. l.), Katrin Appel (beide Mitglieder des Kreissynodalvorstandes), Pfarrer Reinhard Schreiner, Präses Annette Kurschus, Jürgen Engelmann (Mitglied des Kreissynodalvorstandes), Superintendentin Anke Schröder und Dr. Wilfried Hauenschild (Mitglied des Kreissynodalvorstandes).

Gestalteten den Jubiläumsgottesdienst: Helga Weber-Kruck (v. l.), Katrin Appel (beide Mitglieder des Kreissynodalvorstandes), Pfarrer Reinhard Schreiner, Präses Annette Kurschus, Jürgen Engelmann (Mitglied des Kreissynodalvorstandes), Superintendentin Anke Schröder und Dr. Wilfried Hauenschild (Mitglied des Kreissynodalvorstandes). Foto: EKP/Heide Welslau

Höxter/Kreis Paderborn/Lügde (ekp). Den Jahrestag seiner Gründung, den 21. Oktober 1840, hat der Evangelische Kirchenkreis Paderborn am Ort seines Anfangs begangen. Gefeiert wurde das Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der Kilianikirche in Höxter, in der vor 175 Jahren die erste Kreissynode stattgefunden hat.

Die Festpredigt hielt die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus. Die Liturgie gestalteten die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, Anke Schröder, der Pfarrer der Evangelischen Weser-Nethe-Kirchengemeinde Höxter, Reinhard Schreiner, sowie Mitglieder des Kreissynodalvorstandes des Kirchenkreises. Beim anschließenden Festakt in der Marienkirche begrüßte die Superintendentin rund 140 geladene Gäste aus den Bereichen Ökumene, Politik, Soziales und Wirtschaft sowie aus den Kirchengemeinden, dem Kirchenkreis und der Diakonie.

Bei der Feier eines Jubiläums gehe es auch um Fragen wie „Wer sind wir?“, „Wie sind wir? und „Was sind wir?“, sagte Präses Annette Kurschus in ihrer Predigt. Antworten gab sie mit den Versen aus der Bergpredigt Jesu: „Ihr seid das Salz der Erde“ (Matthäus 5,13-16). Darin formuliere Jesus sprechende, zugleich geläufige wie schillernde Bilder, die auch die Kirche und den Evangelischen Kirchenkreis Paderborn beschreiben würden: das Salz der Erde, das Licht der Welt, die Stadt auf dem Berge. Ohne etwas Verbindendes wie das Salz, so die Präses, würde es keine Gemeinschaft, keinen Austausch und auch keinen Kirchenkreis geben. So wie das Salz nur wirke, wenn es sich mit etwas anderem verbinde, so könne auch die Kirche Grundverschiedenes miteinander verbinden und Getrenntes füreinander öffnen. „Wir haben das, worauf es ankommt, nicht in uns selbst“, erklärte die leitende Theologin der Westfälischen Landeskirche und weiter: „Was uns ausmacht und am Leben hält, kommt von außen auf uns zu.“

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Kantorei der Evangelischen Weser-Nethe-Kirchengemeinde Höxter unter Leitung von Kantor Florian Schachner und von einem Chor aus dem Partnerkirchenkreis Kusini B/Ilemera in Tansania. Chorleiter Fredrick Ndamugoba Mutahangarwa hatte eigens für das Jubiläum ein Lied unter dem Motto „Gott hat uns geholfen“ komponiert, das bei den Besuchern spontanen Applaus auslöste.

Mit seinen 175 Jahren sei der Evangelische Kirchenkreis Paderborn zwar schon ziemlich betagt, aber doch „quicklebendig“, sagte Superintendentin Anke Schröder beim Festakt. Lobende Worte fand sie für das umfangreiche, von den Kirchengemeinden und gemeinsamen Diensten getragene Programm des Jubiläumsjahres: „Es war einfach eine Freude, die Vielfalt und Kreativität zu erleben, die dieser Kirchenkreis hervorbringt.“ Die Superintendentin bedankte sich bei allen, die dazu beigetragen haben. „Mit all den guten Wünschen, die Sie uns heute überbringen und vor allem im Vertrauen auf Gottes Führung gehen wir der Zukunft gelassen und hoffnungsvoll entgegen“, erklärte Schröder und warf einen Blick nach vorne: Ende November solle ein neuer Superintendent oder eine neue Superintendentin gewählt werden, die Konzeption des Kirchenkreises werde überarbeitet und es werde über eine gemeinsame Verwaltung mit den Kirchenkreisen Gütersloh und Halle nachgedacht.

Das Motto des Jubiläums „175 Jahre – Evangelisch in Vielfalt“ griff Landeskirchenrat Fred Sobiech in seinem Grußwort auf. Wer Vielfalt als Chance und nicht als Bedrohung begreife, der könne nicht einfältig sein. „Der Evangelische Kirchenkreis Paderborn spiegelt das in seinem kirchlichen Handeln wider“, so der Ortsdezernent der Evangelischen Kirche von Westfalen. Der Kirchenkreis zeichne sich durch eine bewusste evangelische Profilierung aus.

Glückwünsche vom Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker sowie von seinen Kollegen Dechant Gerhard Pieper (Dekanat Höxter) und Dechant Bernd Haase (Dekanat Büren-Delbrück) überbrachte Benedikt Fischer, Dechant des Dekanats Paderborn. Fischer lobte die ökumenische Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kirchenkreis Paderborn als „stets unkompliziert und lösungsorientiert“. Als Beispiele nannte er unter anderem die von den Kirchen und dem DGB organisierten Sozialkonferenzen, das gemeinsame Positionspapier zur Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage oder den ersten offiziellen ökumenischen Sonntagsgottesdienst anlässlich des Deutschen Wandertages in Paderborn. Beide Kirchen stünden vor großen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel und der Hilfe für Flüchtlinge.

Die seit 1990 bestehende Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Kusini B/Ilemera stellte Superintendent Phenias Lwakatare in den Mittelpunkt: „Wir sind stolz und froh, dass wir seit 25 Jahren dabei sein können.“ Die Partnerschaft gebe Ermutigung und zeige Solidarität. „Durch die Partnerschaft lernen wir, dass wir nicht allein sind. In der Partnerschaft erfahren wir, dass man Grenzen überqueren kann“, freute sich Lwakatare.

„Kirche war und ist ein Ort der Zuflucht und der Gemeinschaft und wird es auch in Zukunft sein“, sagte Friedhelm Spieker, Landrat des Kreises Höxter, der auch eine Erinnerungsurkunde an das Jubiläum überbrachte. 1840 sei der Kirchenkreis in dem Bewusstsein gegründet worden, dass die Kirchengemeinden gemeinsam mehr erreichen könnten. Die abnehmende Bevölkerungszahl stelle auch die Kirchen vor große Herausforderungen, so Spieker, aber Christen seien keine „Schwarzseher“, sondern „Hoffnungsträger“.

Höxters stellvertretender Bürgermeister Hans-Josef Held freute sich über die Jubiläumsfeier in der Stadt an der Weser: „Höxter und die Kilianikirche sind von besonderer Bedeutung für den Evangelischen Kirchenkreis Paderborn“. Held lobte den Einsatz der Evangelischen Kirche für die Menschen. Dafür dankte er dem Kirchenkreis und seinen Mitarbeitenden.

Zu den weiteren Gästen der Jubiläumsfeierlichkeiten gehörten die früheren Superintendenten Dr. Helmuth Koegel-Dorfs und Christoph Berthold, der Paderborner Bundestagsabgeordnete Dr. Carsten Linnemann und die Paderborner Landtagsabgeordnete Sigrid Beer, die auch Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen ist. Aus den Kommunen waren zudem der stellvertretende Bürgermeister Franz-Josef Koch (Bad Driburg), Bürgermeister Hubertus Grimm (Beverungen), Bürgermeister Hermann Temme (Brakel) und Bürgermeister Hans Hermann Bluhm (Willebadessen) gekommen.

Siehe auch Fotostrecke zum festlichen Abschluss des Kirchenkreisjubiläums in Höxter

 

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