Telefonseelsorge Paderborn: Jahresbericht 2016
Entlastung, Trost und Hilfe für Ratsuchende

Stellte den Jahresbericht 2016 der ökumenischen TelefonSeelsorge Paderborn vor: das Leitungsteam mit Monika Krieg (links) und Monika Dinger. FOTO: TS

Stellte den Jahresbericht 2016 der ökumenischen TelefonSeelsorge Paderborn vor: das Leitungsteam mit Monika Krieg (links) und Monika Dinger. FOTO: TS

PADERBORN – Auch im Jahr 2016 war die ökumenische TelefonSeelsorge Paderborn eine vertrauenswürdige Adresse für Menschen in Krisen und schwierigen Lebenssituationen. Dies zeigt die statistische Auswertung der Beratungskontakte, die jetzt veröffentlicht wurde. Im Durchschnitt führten die rund 60 ehrenamtlich Mitarbeitenden täglich 25 Gespräche. Die Gesamtzahl der Telefonate betrug 10.056; dazu kamen noch 60 Mailkontakte mit insgesamt 384 gewechselten Mails sowie 76 Chats.

Dabei wurde das offene Angebot der TelefonSeelsorge von Ratsuchenden aller Altersstufen, Geschlechtszugehörigkeit und aller Lebensphasen genutzt. Überwiegend Frauen suchten Rat und Hilfe: am Telefon waren es 58 Prozent, im Chat 65 Prozent; in der Mailberatung hingegen war das Geschlechterverhältnis ausgewogen. „Allerdings konnten wir im Vergleich zu den Vorjahren erstmals deutlich Unterschiede in der Altersstruktur erkennen“, so die Leiterin der TelefonSeelsorge, Monika Krieg. „Ältere Menschen greifen eher zum Telefonhörer, während die Jüngeren die Onlineberatung bevorzugen.“

Wie schon in den Vorjahren wurde auch 2016 die anhaltend hohe psychosoziale Belastung der Bevölkerung deutlich. Mehr als ein Drittel der Ratsuchenden gab an, unter einer diagnostizierten psychischen Erkrankung zu leiden. Hinzu kam in vielen Fällen soziale Isolation und Einsamkeit. Mehr als die Hälfte der Ratsuchenden wurden als alleinlebend erfasst, woraus sich schließen lässt, dass gerade diesen Menschen Gesprächspartner fehlen. „Gerade für sie ist das Angebot der TelefonSeelsorge von großer Bedeutung!“, ist Pfarrerin Monika Dinger, stellvertretende Leiterin, überzeugt. „Vor allem dann, wenn es um komplexe Fragestellungen geht, die nicht so leicht aufzulösen sind.“ So bezogen sich etwa die Hälfte der Kontakte auf das seelische und körperliche Befinden der Ratsuchenden, insbesondere auf Niedergeschlagenheit, Ängste und Depression. In etwa gleicher Anzahl kamen Beziehungsthemen zur Sprache. Darunter fielen Probleme in Partnerschaft und Familie sowie der Umgang mit Nachbarn, Freunden und Arbeitskollegen.

Ihren Ursprung hat die TelefonSeelsorge in der Suizidprophylaxe. Mit den Jahren kamen viele andere Lebensthemen hinzu. Dennoch wurden Suizidgedanken und Suizidabsichten 2016 in immerhin 12 Prozent der Telefongespräche und rund 20 Prozent der Onlinekontakte angesprochen, täglich rund dreimal. „Hier finden Betroffene fundierte Begleitung zu einem sensiblen Thema, das mit Lebenspartnern und Freunden nur schwer zu besprechen ist!“ betonen die beiden Leiterinnen. „Aus vielen Rückmeldungen wissen wir, dass die Ratsuchenden unser verlässliches Angebot rund um die Uhr sehr zu schätzen wissen. Oftmals reicht es, dass sie erleben: bei der TelefonSeelsorge ist jemand für mich da, der mich mit meinen Sorgen ernstnimmt und mich darin begleitet.“

Ein ausführlicherer Jahresbericht findet sich unter www.telefonseelsorge-paderborn.de.

Die Telefonseelsorge ist ein bundesweites Angebot der evangelischen und katholischen Kirche. In Paderborn befindet sie sich in Trägerschaft des Gemeindeverbands katholischer Kirchengemeinden Hochstift Paderborn sowie des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn. Die Telefonseelsorge ist unter den Rufnummern 0800 – 1110111 und 0800 – 1110222 kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar.

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