Mittendrin
Die Botschaft der Glocken

Von Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof

Pfarrer Dr. Eckhard Düker

Pfarrer Dr. Eckhard Düker

Wie wird der christliche Glaube in der Öffentlichkeit sichtbar und hörbar? Gottesdienste finden in der Regel innerhalb der Kirchen statt. Eine Ausnahme ist der ökumenische Pfingstgottesdienst der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Paderborn am Pfingstmontag auf dem Kirchplatz vor der Abdinghofkirche. Ein eindrucksvolles, nach außen sichtbares und hörbares Zeichen nicht nur der Ökumene, sondern auch des christlichen Glaubens in dieser Stadt. Am Fronleichnamstag finden vielerorts die Prozessionen mit Gesängen und Gebeten statt. Auch damit wird ein christliches Zeugnis in der Öffentlichkeit abgelegt.

Daneben gibt es die regelmäßigen hörbaren Zeugen, die zu Gottesdiensten und Gebeten aufrufen. Die Kirchenglocken erinnern uns tagtäglich daran, dass wir im Rhythmus der von Gott geschenkten Zeit leben. Morgens, mittags und abends rufen sie uns zum Gebet, zum Dank und zur Fürbitte. Im Gottesdienst begleiten sie das Vaterunser. Sie laden ein zu den Gottesdiensten. Sie begleiten wichtige lebensgeschichtliche Ereignisse. Wenn die Hochzeitsglocken läuten, freuen wir uns mit den Brautpaaren. Wenn die Totenglocke ertönt, trauern wir mit den Angehörigen. Sie läuten die Sonn- und Feiertage ein und sind der Auftakt zu besonderen Festen und Zeiten. Glocken sind ein lebendiges, hörbares Zeichen dafür, dass der christliche Glaube in unserer Stadt lebt. Das wird auch sichtbar unterstrichen durch ihre Aufschriften, wie z.B. aus Jeremia 22, Vers 29: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!“ Glocken sind hörbare Boten des Evangeliums. Sie laden ein zur Ehre Gottes und erinnern daran, dass unsere Zeit in Gottes Händen steht.

Dr. Eckhard Düker ist Pfarrer des Abdinghofbezirks der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Paderborn.

Der Beitrag ist in der Reihe „Mittendrin“ am Samstag, 17. Juni 2017, im Westfälischen Volksblatt Paderborn veröffentlicht.

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